Die Blaue Plakette

Die blaue Plakette – viele Mythen und Gerüchte ranken sich um den neuen erfrischend blauen Aufkleber, der schon bald die Windschutzscheibe legitimierter Fahrzeuge zieren könnte. Auf umweltplaketten-shop.de erfahren Sie, was es mit der blauen Umweltplakette auf sich hat, welche Anforderungen die neuen Umweltzonen stellen könnten und wann mit der Einführung zu rechnen ist.

Für wen gilt die blaue Plakette?

Generell soll die blaue Umweltplakette eine Verschärfung der bereits bestehenden Normen darstellen. Das heißt, dass im Gegensatz zur Grünen Plakette lediglich Fahrzeuge zum Führen des blauen Pendants berechtigt sind, die der Euro 3 Norm (Benziner mit Saugrohreinspritzung) beziehungsweise der Euro 6 Norm (Diesel und Benziner mit Direkteinspritzung) entsprechen.

Dieselfahrzeuge gelten mittlerweile als die schwarze Schafe des Straßenverkehrs, weil sie für hohe Stickoxid-Ausstöße bekannt sind. Deshalb wird die Blaue Plakette wahrscheinlich nur Fahrzeugen erteilt werden, die die Euro6 Norm erfüllen.
Im Gegensatz zur Direkteinspritzung wird der Kraftstoff bei der Saugrohreinspritzung noch vor den Brennräumen in den Ansaugtrakt gegeben. Dort mischt das Benzin mit der Luft und gelangt anschließend in die Zylinder, wo wiederum die Verbrennung stattfindet. Diese Form der Einspritzung zieht in puncto Verbrauch zwar den Kürzeren, setzt jedoch weniger Schadstoffe frei. Für Benziner mit Saugrohreinspritzung könnte bereits die Euro3-Norm ausreichend sein, um eine Blaue Plakette zu erhalten.
Die Direkteinspritzung kommt vor allem bei aufgeladenen Motoren zum Einsatz. Sie führt zu teilweise erheblichen Ersparnissen im Verbrauch. Allerdings steht sie dem Diesel in puncto Umweltbelastung in nahezu nichts nach. Das liegt an der Art der Verbrennung. Denn bei der Direkteinspritzung wird das Benzin direkt über Injektoren in die Brennräume injiziert. Bei der darauffolgenden Verbrennung kommt es vor, dass nicht alle fein zerstäubten Kraftstoffpartikel verbrennen. Ein Teil wird zu unheimlich kleinem Ruß, der durch die Abgasanlage in die Außenluft gerät. Für Benziner mit Direkteinspritzung werden wahrscheinlich strengere Normen für den Erhalt einer Blauen Plakette gelten.

Im Fokus sollen dabei die sogenannten Stickoxide (NOx) stehen. Das sind Stickstoffe, die bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe entstehen und damit in die Luft gelangen. Stickoxide gelten als Reizgase und können mühelos in die Atemwege gelangen. Dort sorgen sie für Entzündungen, Hustenreiz und Atemnot – langfristig können sie das Gewebe der Lunge dauerhaft schädigen. Vor allem Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen sollen stark unter einer hohen Stickoxidbelastung in der Luft leiden.
Aber nicht nur der Mensch erfährt die Nachteile hoher Stickoxid-Konzentrationen in der Luft. Denn das Gas verbindet sich beispielsweise mit dem Regenwasser und gelangt in den Boden – dort führt es zu einer Übersäuerung, die wiederum der Pflanzenwelt schadet. In Summe gibt es also viele gute Gründe für die Einführung einer blauen Plakette, mit der zumindest in gewissen Regionen die NOx-Belastung reduziert werden kann.