Umweltzonen

Umweltzonen mögen für viele Autofahrer störend wirken – schließlich dürfen nur diejenigen passieren, deren Fahrzeug eine gültige Umweltplakette aufweist. Allerdings haben die innerstädtischen Zonen durchaus ihre Berechtigung und tragen maßgeblich zur Verbesserung der Luftqualität bei. Die nachfolgenden Inhalte zeigen Ihnen, welche Gründe Umweltzonen haben, wie sie funktionieren und was die Zukunft bringen kann.

Gute Gründe für Umweltzonen

Bild eines Schildes für Umweltzonen.Wer mehr über den Sinn von Umweltzonen erfahren möchte, sollte zunächst einen Blick auf die Schadstoffe werfen, die der Straßenverkehr Tag für Tag an die Umwelt abgibt. Dazu gehören Kohlendioxid, Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoffe, Stickoxide und Rußpartikel – also Feinstaub.

In Bezug auf Umwelt und Gesundheit sind vor allem Feinstaub sowie die Stickoxide von großem Interesse. Denn sie sind nachweislich für schwere Erkrankungen verantwortlich und schaden dem Körper auf verschiedenste Art und Weise. Kleinstpartikel können beispielsweise über die Atemwege in die Blutbahn gelangen und somit Probleme im Herz-Kreislauf-System verursachen. Tun sie dies nicht, lagern sie sich in der Lunge ab und sind damit mitverantwortlich für Asthma, chronische Bronchitis oder gar Krebs. Jedes Jahr sterben mehrere Millionen Menschen in Europa einen vorzeitigen Tod, weil sie einer dauerhaften Belastung durch Feinstaub ausgesetzt waren.

Auch die Umwelt leidet unter einem nicht regulierten Schadstoffausstoß. Nicht wenige Abgase haben eine ätzende Wirkung, binden sich beispielsweise an den Regen und greifen die Pflanzen- und Tierwelt an. Nicht zuletzt gibt es den Treibhauseffekt sowie negative Auswirkungen auf die Ozonschicht.

So funktionieren die Umweltzonen in Deutschland

Das Ziel von Umweltzonen in der Bundesrepublik Deutschland besteht darin, die Luftqualität in besonders gefährdeten Gebieten signifikant zu verbessern. Deshalb dürfen die Umweltzonen ausschließlich von Fahrzeugen befahren werden, die vorab definierte Grenzwerte nicht überschreiten. Das heißt im Endeffekt, dass der Straßenverkehr sauberer wird und weniger gefährliche Partikel in die Luft gelangen. Vor allem Menschen im direkten Einflussbereich der Umweltzone profitieren davon.

Das Umweltbundesamt nennt auf seiner Internetpräsenz konkrete Zahlen. Dort heißt es, dass der (gesundheitsgefährdende) Schadstoffausstoß um 60 Prozent reduziert werden konnte. Das bedeutet, dass ganze 173 Tonnen weniger Rußpartikel an die Luft abgegeben wurden. Noch imposanter sind die Zahlen im Bereich Stickoxide: Hier konnten ganze 1.517 Tonnen eingespart werden.

Die Farbe der Umweltplaketten

Kraftfahrzeuge können verschiedenartige Umweltplaketten erhalten. Aktuell gibt es die rote Plakette, die gelbe Plakette sowie die grüne Plakette. Letztere ist heutzutage das Maß aller Dinge – die rote Plakette kann in keiner Umweltzone mehr genutzt werden. Die gelbe (Stand: 08/2017) Feinstaubplakette wird lediglich in einer einzigen von mittlerweile 55 Umweltzonen anerkannt.

Welche Farbe ein Fahrzeug erhält, hängt vom Emissionsschlüssel sowie der Partikelminderungsstufe ab. Damit wird im Endeffekt ermittelt, wie viel Feinstaub das Kraftfahrzeug maximal ausstößt – und ob das Befahren der Umweltzone gestattet werden kann. Aus diesem Grund muss vor der Zuteilung einer Plakette unbedingt der Fahrzeugschein überprüft werden.

Ein Problem der Umweltzonen in Deutschland ist die Tatsache, dass mittlerweile ein Großteil der Kraftfahrzeuge zum Führen einer grünen Plakette berechtigt ist. Das ist in erster Linie ein gutes Zeichen – allerdings werden die positiven Effekte vom Mehraufkommen an Kraftfahrzeugen relativiert. Deshalb sind weitere Maßnahmen im Gespräch, um die Verbesserung der Luftqualität voranzutreiben und den Schadstoffausstoß zu verringern. Ein Beispiel dafür wird vermutlich die blaue Plakette sein.

Bußgelder beim Verstoß gegen Umweltzonen

Generell wird der Verstoß gegen Umweltzonen mit einem Bußgeld von 80,- Euro geahndet. Noch vor einigen Jahren gab es zusätzlich einen Punkt in Flensburg – dieser entfällt heutzutage. Allerdings kann es bei wiederholten Verstößen zu einer Erhöhung des Bußgeldes kommen.

Anders sieht die Sachlage beim Verwenden sogenannter Spaßplaketten aus. Auf Online-Plattformen werden immer wieder täuschend echte Feinstaubplaketten angeboten, die von Weitem durchaus als offiziell missverstanden werden könnten. Tatsächlich besitzen derartige Aufkleber überhaupt keine Gültigkeit. Wer hier sein Kfz-Kennzeichen einträgt und in einer Umweltzone erwischt wird, muss mit höheren Strafen rechnen. Schließlich ist die Umweltplakette ein offizielles Dokument, dessen Nachahmung eine Urkundenfälschung darstellen könnte.

Wir möchten unsere Leser deshalb bitten, auf Spaßplaketten zu verzichten und auf (oftmals nicht teurere) originale Plaketten zu setzen. Sollten diese aufgrund der Abgaswerte nicht ausgestellt werden können, so hat das seine Gründe.

Haftfolien zum An- und Abnehmen der Plaketten

Auch das Verwenden sogenannter Haftfolien in Umweltzonen ist nicht erlaubt. Dabei handelt es sich um Folien, die ganz einfach von Scheiben gelöst und im Anschluss wieder angebracht werden können.

Das ist in Bezug auf Umweltplaketten nicht vorgesehen. Tatsächlich lassen sich die Aufkleber nicht zerstörungsfrei von der Windschutzscheibe lösen. Wer beim Verwenden einer Haftfolie zum mehrmaligen Anbringen einer Plakette erwischt wird, riskiert ein Bußgeld.

Mehr Informationen zum Thema Umweltzonen erhalten Sie auf der Seite des Umweltbundesamtes: Hier klicken.